Was ist Aikido?



Aikido ist eine Kampfkunst kein Wettkampfsport. Es ist eine Selbstverteidigungskunst japanischen Ursprungs mit dem ausdrücklichen Ziel, den Partner zwingend aber verletzungsfrei zu führen. Aikido ersetzt den zerstörerischen Charakter straßenkampforientierter Sportarten durch eine konstruktive Arbeitsweise in Form eines Körperdialogs. Man übt zu zweit, wobei Angreifer- und Verteidigerrolle ständig gewechselt werden.

 

Die Idee des Aikido



Aikido steht für die Umwandlung der aggressiven in die friedfertige Absicht. Ursprünglich zwingend verletzende Kampftechniken werden hierbei derart entschärft, dass beide Seiten - Angreifer und Verteidiger - sich beim Üben gemeinsam entwickeln können. Dabei wird niemals Kraft gegen Kraft gesetzt. Die Energie des Angreifers wird aufgenommen, umgelenkt oder läuft ins Leere. Damit stellt unser Aikido die Kultivierung ursprünglich zerstörerischer Angriffs- und Verteidigungsformen dar. Grundlage des entstehenden Körperdialogs ist die Erhöhung der Geschmeidigkeit und das damit einhergehende Körpergefühl. Diese Geschmeidigkeit der Bewegungen führt zu einer ästhetischen Anknüpfung an das europäische Ballett. In künstlerischen Kreisen (Tänzer, Schauspieler und Musiker) brachte dies dem Aikido großen Zuspruch ein.

Kampfkunstfreunde dagegen missverstehen den ästhetischen Eindruck und halten Aikido oft für ineffektiv. Doch liegt dieser Ästhetik folgende kampforientierte Idee zu Grunde:

Wenn ein Angreifer merkt, dass sein Angriff ins Leere gegangen ist, so muss er sich neu orientieren und schützen. Danach kann er einen weiteren Angriff starten.Ein hektisches Abreißen des Kontaktes stellt in dieser Situation keine interessante Alternative dar. Sinnvolles Angreifen und Verteidigen ergibt sich nur, wenn man den Kontakt geschmeidig und mit Überblick zu halten versucht. Dadurch kultiviert man gemeinsam eine Selbstverteidigungskunst. Die Körperarbeit soll an den Kern des Menschen führen, auf die Geisteshaltung einwirken und die Lebenshaltung durchdringen. Die Erfahrung zeigt, dass man Gehörtes vergisst und Gesehenes höchstens erinnert. Nur selbst Ausgeführtes versteht und verinnerlicht man wirklich und es kann zum Grundstein einer Veränderung werden. Damit führt Aikido zu innerer Ausgeglichenheit und Stabilität. 

Wir wollen mit unserem Aikido keine unreflektierte Kopie oder Nachahmung der traditionellen japanischen Umgangs- und Übungsformen betreiben. Wir sind in unserer Kultur verwurzelt und durch sie geprägt. Wenn wir Teile anderer Kulturen in unser Leben integrieren, integrieren wir sie auf der Grundlage der Sichtweise unserer Kultur.

Außerdem kommen dazu noch sprachliche Erklärungen. Der Lehrer begleitet die Darbietung der Techniken mit klar formulierten Gründen für die Bewegungsabläufe des Angreifers und Verteidigers. Fortgeschrittene Übungspartner geben beim Üben durch Erklärungen zusätzliche Hilfestellung. Somit werden die Logik und die damit verbundenen Bewegungsabläufe der Kampfkunst leichter und schneller erlernt.

Im Aikido werden unterschiedlichste Fassetten erarbeitet: vom Körperbewusstsein feinster Bewegungsmuster bis hin zur effektiven und direkten Kampftechnik. Da jeder Mensch sowohl das sensible als auch das kämpferische Element in sich trägt, ist eine ausgeglichene Verschmelzung beider interessant und erstrebenswert. Der Weg zur Synthese und dessen Ergebnis hängen stark von der Persönlichkeit des Schülers und Lehrers ab.

Dadurch wird der gemeinsame und der eigene Weg (japanisch "DO") des AIKIDO beschritten.